
Kampfsystem
Und damit kommen wir schon zum Kernpunkt des Spieles - die Kämpfe. Oftmals steht man mehreren Gegnern gleichzeitig gegenüber. Nun kann man, wie es in First-Person-Shootern üblich ist, einfach auf die Gegner feuern. Dabei stehen einem recht kuriose Waffen zur Verfügung. Die Waffenvielfalt ist sehr klein, das Design aber ist wie der gesamte Rest des Spieles außergewöhnlich. Man hat dabei immer unbegrenzte Munition zur Verfügung, muss also in keinen Munitionskisten wühlen. Also nun: Gegner anvisiert, man schießt, trifft, schießt noch mal und muss nachladen. Oh. Oh oh. Der Gegner stürmt auf dich zu und rammt dich um - die Waffe fällt zu Boden. Jetzt geht es also in den Faustkampf, die große Stärke von Zeno Clash.
Dazu fokusiert man mit einem Tastendruck den Gegner. Mit Linksklick verteilt man leichte Schläge, mit Rechtsklick schwere. In Kombination mit den Bewegungstasten und der Sprinttaste ergeben sich noch weitere schlagkräftige Attacken. Blocken, ausweichen und aus der Deckung hinaus schlagen gehören auch zum Repertoire des Helden. Die Kämpfe machen unglaublich viel Spaß. Den Gegnern sieht man ihren Gesundheitszustand an, sie beschimpfen einen, täuschen Schläge an, geben ihren Kameraden befehlen. Dieses Mittendringefühl macht süchtig!
In regelmäßigen Abständen trifft man auf härtere Gegner, Zwischenbosse möchte ich nicht sagen. Diese erfordern eine spezielle Taktik, sie stecken Faustschläge und Pistolenkugeln einfach weg. Allgemein hat man das Gefühl, dass man jedem Gegner einen eigenen Kampfstil verpasst hat. Das wirkt unglaublich motivierend und sorgt für Abwechslung.
Leveldesign
Wie bereits angedeutet erwarten dem Spieler in Verlauf des Spieles viele fantastische Gegenden. Hier wurde sehr oft viel Liebe ins Detail gesteckt. Leider sind die Level extrem schlauchförmig. Der Held kann nicht springen und scheitert aufgrund der Levelbegrenzung auch in kleinen Steinen oder Hügeln. Dennoch habe ich das Spiel nie als einengend empfunden. Dazu ist man zu sehr mit der sehr schön gestalteten Umgebung und natürlich den Gegnern beschäftigt.
Grafik
Das Spiel basiert auf der aktuellen Source Engine auf dem Stand der Orange Box. Doch die Engine wurde modifiziert und mit einigen Effekten aufpoliert. So schmückt die Level das bekannte Depth of Field, also Tiefenunschärfe. Insgesamt wirkt die Grafik das ganze Spiel über unglaublich stimmig.

Wer andere Sourcespiele sein Eigen nennt, brauch also Zeno Clash nicht zu fürchten. Die Systemanforderungen sollten identisch sein. Am Ende des Tests findet ihr aber noch die genauen Herstellerangaben.
Umfang
Die Einzelspielerkampagne des Spieles besteht aus 17 Episoden. Diese lassen sich nach dem Durchspielen, wie auch bei Half-Life 2, einzeln anwählen. So kann man einen weiteren Durchgang starten, um z.B. noch fehlende Achievements zu ergattern, welche in der Steam Version enthalten sind.
Neben der Einzelspielerkampagne gibt es den Challenge-Modus. Hier muss man sich durch einen Turm mit 5 Etagen durchboxen. Boxen natürlich im wahrsten Sinne des Wortes, auch wenn wieder Schusswaffen erlaubt sind. In den Etagen trifft man also auf mehrere Gegnerscharren. Erst wenn diese besiegt sind kann man in das nächste Stockwerk fortfahren. Wird man besiegt, fängt man wieder von ganz unten an. Interessant ist hier der Ranglistenvergleich mit anderen Spielern auf der ganzen Welt.